Patenschaft

Diese freiwillige und ehrenamtliche Aufgabe haben bislang schon viele Bürgerinnen und Bürger übernommen, und beide Seiten haben davon profitiert: Die in Ettenheim gelandeten Familien und Einzelpersonen, die aus ihren Ländern geflüchtet sind und Menschen von hier, die zunächst fremde Menschen, deren Sitten und Gewohnheiten kennengelernt haben.

Von der ersten Stunde an, war der Willkommensinitiative klar, dass man den Fremden die ersten Schritte im neuen Land, in einer neuen Gemeinde erleichtern sollte, und dass die Geflüchteten, die ohne oder mit nur wenig Sprachkenntnissen kamen, Unterstützung für ihren Neustart brauchten. Menschenliebe und Humanität sind große Begriffe für diese ganz einfache und spontane Reaktion auf neue Umstände.

Die ersten Paten, die sich bereit erklärten, den Geflüchteten zu helfen, besuchten sie, nahmen sie mit zu Festen (der Fasentumzug in Münchweier blieb einigen als besonderes Erlebnis im Gedächtnis, oder ganz einfach der Besuch in einer deutschen Familie), zeigten ihnen den Weg zu den Behörden, begleiteten sie zum Arzt, erklärten das deutsche Schulsystem, die Schulpflicht und die Chancen, die die Kleinsten durch den Besuch von Kindertagesstätten erhalten.

Starter-Kit im Schuhkarton

Beim Empfang der ersten Flüchtlinge 2015 im ehemaligen Schwesternwohnheim im Altwick erhielten die Ankömmlinge ein "Starter-Kit" im Schuhkarton mit einem Willkommensgruß und dem Nötigsten für den ersten Abend, den ersten Tag, bevor jeder einkaufen gehen konnte. Denn die Zimmer waren zwar mit Bett, Tisch und Stühlen bestückt, jedoch fehlte es an allem anderen.

Es haben sich Freundschaften entwickelt, Bekanntschaften, und es gingen auch manche Beziehungen zu Ende, weil entweder kein Bedarf an Hilfe mehr da war, oder der eine oder andere Pate ganz einfach mal eine Pause brauchte oder wechseln wollte.

Inzwischen sind die ersten Tage nach der großen Ankunft in den Jahren 2015 und 2016 vorbei. Die meisten Geflüchteten sind von den Gemeinschaftsunterkünften (GU) in die Anschlussunterbringung (AU) gewechselt. Einige haben selbständig Wohnraum von privaten Hausbesitzern gefunden. Deutsch ist zumindest für die Ettenheimer Geflüchteten keine große Hürde mehr. Denn hier haben inzwischen pensionierte Lehrerinnen und Lehrer und weitere engagierte Menschen geholfen, das wichtigste zu vermitteln, was man in einem Fremden Land braucht: die Sprache. Oft sind die Paten gleichzeitig auch Deutschlehrer und sie vermitteln den Neuen das ganz normale Leben.

Kontakt ohne Verpflichtung

Die Geflüchteten leben inzwischen selbständig und eigenverantwortlich in ihrer neuen Gemeinde und nehmen Teil am Gemeinwesen der Stadt. Die Kinder gehen in Kiga und Schule, viele Eltern arbeiten. Nach dem anfangs etwas ruckeligen Start in den Beruf hat sich manche Beschäftigung zu einem Glücksfall für beide Seiten entwickelt.

Dennoch sind die meisten Neubürger und die, die in den vergangenen Jahren neu aus anderen Gemeinden zugewiesen wurden, immer noch froh, wenn sie Kontakt zu Einheimischen bekommen. Und mancher braucht noch Hilfe und Wegweisung. 

Deshalb sucht der Verein immer wieder neue Paten, die mit Neugier auf die Geflüchteten zugehen. Paten verpflichten sich zu nichts, sie leisten ein freiwilliges Ehrenamt und können sich jederzeit wieder zurückziehen. Wer ersten Kontakt sucht und eine Patenschaft ausprobieren möchte, meldet sich am besten bei der Vorsitzenden, Beate Kostanzer (link). Ganz unkompliziert geht das mit einem Besuch im Begegnungscafé (link), wo man sich ganz unkompliziert reinfühlen kann .